Wirtschaftsformen, die auf an einem wettbewerbsorientierten Markt beruhen, sind weitestgehend unabhängig von staatlichen und politischen Entscheidungen oder Eingriffen. Die Planwirtschaft jedoch hat genau dies als wichtigstes Merkmal: die zentrale, staatlich gesteuerte Planung und Gestaltung aller Produktions- und Verteilungsabläufe. Nicht nur die Art und Weise, sondern auch Menge und Verteilung von Gütern, Waren und Dienstleistungen wird von einer zentralen Instanz festgelegt. Hierfür gab es in planwirtschaftlich organisierten Ländern in der Vergangenheit die typischen Fünf-Jahres-Pläne, in denen bestimmte Vorgaben seitens des Staates erarbeitet wurden, was in welcher Menge produziert und erarbeitet werden sollte.
So wurden im Voraus anhand von Analysen der volkswirtschaftlichen Situation feste Pläne erstellt, auf deren Einhaltung und Erfüllung hingearbeitet wurde. Ziel war es, genau die Kapazitäten an Waren und Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen, von denen angenommen wurde, dass sie in diesem Maße benötigt wurden. Hiermit sollten Überproduktion oder ökonomische Ungleichheiten vermieden werden. Jedoch sind nicht nur die Kapazitäten der zu produzierenden Güter festgelegt, sondern auch die Ressourcen und Produktionsstätten unter zentraler staatlicher Kontrolle.
Da nicht das Erzielen privater Gewinne einzelner Unternehmen sondern die kontrollierte Versorgung der gesamten Volkswirtschaft im Mittelpunkt stehen, ist auch jegliches Eigentum wie zum Beispiel Landwirtschaft, Fabriken und Rohstoffressourcen in staatlicher Hand. Dies trifft in gleichem Maße auf den Finanzbereich zu, denn auch das Banken- und Kreditsystem sowie die Preisgestaltung von Ressourcen, Arbeitskraft und Waren sind zentral festgelegt. Deutlich wird, dass das Modell der Planwirtschaft also dem einer freien Wirtschaft des Marktes, der sich weitestgehend selbst entwickelt, konträr gegenübersteht. Sämtliche ökonomischen Prozesse sind durch die zentrale Gestaltung bestimmt und somit von dieser zentralen Instanz, der Politik, abhängig und auf diese zugeschnitten. Planwirtschaft ist also ein Wirtschaftssystem, dass nicht nur ökonomischen, sondern auch politischen Zwecken dienen soll und somit nicht unabhängig, sondern in seiner Entfaltung begrenzt, da es ein Instrument zur Verwirklichung bestimmter darüber hinausgehender Ansprüche ist.
Weiterführende Bereiche:
- Theoretische Grundagen der Planwirtschaft
- Entwicklung neuer Ansätze für die Planwirtschaft
- Kritik an der Planwirtschaft
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