Kritik

Kritik an der Planwirtschaft An der Planwirtschaft wird von verschiedenen Standpunkten aus deutliche Kritik geübt. Eine der zentralen Schwachstellen ist vor allem der Mangel an Flexibilität, da eine Wirtschaftsordnung, die sämtliche Kapazitäten und Abläufe im Vorhinein festlegt und reguliert, nur sehr schwer und oft nur zeitlich versetzt auf Engpässe oder sich wandelnde Gegebenheiten und Erfordernisse reagieren kann. Dies zeigte sich in der Geschichte oft, da in vielen planwirtschaftlich organisierten Gesellschaften Mangel- oder Überflusserscheinungen auftraten und die ideale Versorgung nicht gewährleistet werden konnte.

Ursachen hierfür können falsche Planung, unvorhergesehene Entwicklung in Bevölkerung und Finanzlage oder unzureichende Informationen über Produktionsabläufe sein, da die komplexen ökonomischen Faktoren einer Volkswirtschaft nur schwer über Jahre im Voraus analysier- und planbar sind. Jedoch bringt die Planwirtschaft auch eine starke Einseitigkeit mit sich, da der Mangel an wirtschaftlichen und technologischen Wettbewerb nicht nur den Fortschritt und die Entwicklung neuer Produkte hemmt, sondern auch den Antrieb der eigenen, selbständigen Gestaltung der Wirtschaftslandschaft. Und in einem Klima der Unzufriedenheit und Abhängigkeit von Vorgaben staatlicher Instanzen sinkt auch die Motivation und Identifikation mit der Arbeit und der eigenen Rolle im politischen und wirtschaftlichen System. Wenn lediglich die Erfüllung eines Plans erreicht werden muss und von den zentralen Vorgaben nicht abgewichen werden darf, gibt es kaum Gestaltungsspielräume. Diese Wirtschaftsform kann daher auch als sehr passiv bezeichnet werden, da sie dem einzelnen Menschen wenig Freiheit lässt und nicht nur die Vielfalt der Konsumgüter, sondern auch die der Arbeit stark eingeschränkt ist. Die Bevölkerung in der DDR war zum Beispiel mit den vorhandenen Konsumgütern immer wieder nicht ausreichend zu versorgen geschweige denn zufrieden zu stellen, da entweder die Kapazität an bestimmten Waren nicht ausreichte oder die Auswahl sehr gering war.

Darüber hinaus birgt eine zentrale Bestimmung und Lenkung eines so weit reichenden und existenziellen Systems wie dem der Wirtschaft die Gefahr des Missbrauchs für politische Zwecke, da Planwirtschaft kaum demokratisch gestaltet werden kann. Die Beispiele in der Geschichte haben dies bestätigt, da die Planwirtschaft meist der Verwirklichung bestimmter politischer Ideale oder Machtansprüche dienen sollte und Freiheit und ausreichende Versorgung der Bürger mit einer zufriedenstellenden Arbeits- und Konsumvielfalt auf der Strecke blieb.

Außerdem haben sich bisherige Planwirtschaften (siehe Beispiele) oft durch eine starke Ineffizienz ausgezeichnet, das heißt dass Pläne zwar erfüllt wurden, wirkliche Bedürfnisse und erforderliche Entwicklungen jedoch vernachlässigt wurden zugunsten eines Ideals, das sich als nicht tragbar erwiesen hat. Und nicht zuletzt die Schwerfälligkeit und Inflexibilität dieses Konzepts hat gezeigt, dass es auch bestehenden Planwirtschaften bisher nicht gelungen ist, ihre eigenen Mängel zu beheben.

Weiterführende Bereiche: