Das Wirtschaftssystem im nationalsozialistischen Deutschland von 1933 bis 1945 war vor allem auf Rüstung ausgerichtet und kann daher auch als Wehrwirtschaft bezeichnet werden. Viele Elemente einer Planwirtschaft sind in ihr zu finden gewesen. Gleichzeitig mit der Aufrüstung wurde auch wirtschaftliche Selbständigkeit und Vollbeschäftigung angestrebt, weshalb diverse ökonomische Prozesse und Strukturen zentral staatlich gelenkt und bestimmt wurden. Die Versorgung mit Rohstoffen und Verbrauchsgütern in Zeiten des Krieges, der Ausbau der Infrastruktur (zum Beispiel das Schienen- und Verkehrsnetz) sowie die massenhafte Rüstungsproduktion waren die wichtigsten Bereiche der Wirtschaft im Nationalsozialismus, für deren Gewährleistung sich planwirtschaftlicher Mittel bedient wurde.
Die Privatwirtschaft wurde dabei stark zurückgedrängt oder in den Dienst der Kriegswirtschaft gestellt. Im Gegensatz zur realsozialistischen Planwirtschaft war das nationalsozialistische Wirtschaftssystem jedoch eine weitestgehend kapitalistisch geprägte Zentralverwaltungswirtschaft. Dies erklärt sich durch den politischen Hintergrund, da der nationalsozialistischen Diktatur kein Anspruch auf eine klassenlose Gesellschaft wie im Sozialismus zu Grunde lag, sondern vor allem das Streben nach politischer, wirtschaftlicher und militärischer Vormachtstellung im Vordergrund stand. So war der Großteil der Wirtschaft auf die Produktion von Kriegsgütern ausgelegt. Da jedoch auch die wirtschaftliche Überlegenheit des deutschen Reichs demonstriert werden sollte, griff der Staat in diverse Bereiche der Waren- und Dienstleistungsproduktion ein, um diese ähnlich dem Modell der Planwirtschaft zentral steuern und überwachen zu können. Auch hier wird wieder deutlich, wie die Planwirtschaft ein Mittel zum Zweck ist, also wie die Wirtschaft zu Zwecken politischer Belange als Instrument benutzt wird. Die Diktatur unter Hitler zeichnete sich durch politische und ökonomische Gleichschaltung aus, sodass eine Unterordnung der Wirtschaft unter die zentrale politische Steuerung eine zwangsläufige Folge war.
Daher wurde die Wirtschaft im Nationalsozialismus aus ideologischen Gesichtspunkten immer stärker in eine Planwirtschaft umgewandelt, um den nationalsozialistischen Führungsanspruch geltend zu machen. Andererseits war die Steuerung der Wirtschaft zur Umsetzung und Aufrechterhaltung der massiven militärischen Bestrebungen von größter Bedeutung, um die hohen Kosten und den Bedarf an Kriegsgütern decken zu können. Nicht zuletzt ging es auch um die Demonstration der Vormachtstellung und Überlegenheit Deutschlands, weshalb planwirtschaftliche Elemente verstärkt angewandt wurden, um dem Ideal einer Autarkie (Selbstversorgung) des Deutschen Reichs näher zu kommen. Dies konnte jedoch nie voll erreicht werden.
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